Lea ist faul!
…Und so versammelte sich die fünfköpfige Kinderschar nur kurze
Zeit später vor der Haustür des Mädchens. Anton, der Größte von allen,
drückte zweimal lange auf den goldenen Klingelknopf der Familie Kahlbaum.
Dingdooooooong …
Dingdooooooong …
Leas Mutti öffnete die Tür.
Frau Kahlbaum freute sich über den unerwarteten Besuch der Kinder.
„Ja bitte?“, fragte sie freundlich.
„Äh …“, stotterte Anton verlegen.
“Wir wollten fragen, ob Lea mit uns zum Spielen kommt.“
„Das ist aber lieb von euch“, antwortete Frau Kahlbaum und wollte gerade ihre
Tochter Lea herbeirufen. Doch diese protestierte bereits lautstark im Hausflur.
„Nein, das will ich aber nicht! Nein, dazu habe ich keine Lust! Lea ist faul!“
Leas wütendes Geschrei erschreckte die Kinder. Sogar Mutti war verwirrt. Und Vati,
der bis eben noch fröhlich im Badezimmer gesungen hatte, verstummte plötzlich.
„Ich habe keine Lust mit euch zu spielen!“, meckerte Lea erneut.
Dann verschwand sie mit lauten Türen knallen in ihrem Zimmer.
Mutti Kahlbaum schüttelte hilflos den Kopf, sodass sich ihre Wangen
tomatenrot färbten. Frau Kahlbaum war das unhöfliche Benehmen ihrer
Tochter nämlich sehr peinlich.
„Es tut mir leid Kinder, aber ihr habt es ja selbst gesehen, wie sich Lea
benommen hat“, sagte Mutti entschuldigend.
„Da kann man wohl nichts machen“, erwiderte Anton traurig.
Um die enttäuschten Kinder ein wenig zu trösten, fasste Mutti
schnell einen Entschluss.